Communiqué zum Prozess Leerstand? Widerstand!

Communiqué zum Prozess Leerstand? Widerstand!

Während den Musikfestwochen vor rund zwei Jahren sollte mitten in der Marktgasse in Winterthur für ein paar Stunden ein leeres Ladenlokal besetzt werden. Damit sollte auf die zahlreichen verlassenen Laden- und Büroflächen in der Altstadt hingewiesen werden, die in starkem Kontrast zum Mangel an bezahlbarem Wohnraum stehen. Gegen den Leerstand formiert sich Widerstand.

Weder steigende Mieten, Leerstand, noch die daraus resultierende Vertreibung aus Städten sind Naturgesetze. Es gibt die, die von diesen Entwicklungen profitieren und die, die verlieren, und jene, die diese Ordnung verteidigen und absichern. Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht schützen die Interessen der Profiteure. Dadurch wird auch klar, wieso wir heute ans Gericht zitiert wurden. Stadtaufwertung wird aktiv mit dem Hauptinteresse des Profits geplant und bewusst durgesetzt. Da Aufwertung eine Entscheidung ist und kein Naturgesetz, heisst das, dass wir es anders und im Interesse aller, auch besser machen können. Organisieren wir uns und entwickeln wir eine widerständige Kultur, die die Bedürfnisse der Vielen ins Zentrum stellt.

In den Innenstädten richtet sich die Kameraüberwachung und die Polizei gegen jene, die dort Zeit verbringen und nicht nur zum Einkaufen und Konsumieren in die Stadt kommen. Wer sich dagegen wehrt, soll mit Polizeieinsätzen und Gerichtsverfahren eingeschüchtert, abgeschreckt und vereinzelt werden.
Die Staatsanwaltschaft hat uns heute ins Bezirksgericht zitiert, aber der Ausgang ihres Theaters war für uns von Anfang an nicht so wichtig. Viel wichtiger war für uns die Solidarität die wir in den letzten 2 Jahren und auch heute vor und im Gericht spürten. Jedenfalls wurden alle von allen Anklagepunkten freigesprochen und für die Nacht in Gewahrsam wurde eine Genugtuung von 100Fr. gesprochen. Wir spenden dieses Geld kollektiv an die Anti-Repressionskasse. Weil sicher ist: Mir kämpfed wiiter!
Zum Beispiel am 28. Oktober um 13:30 beim Prozess von “Gemeint sind wir alle!” vom 1. Mai 2024.
Vor Gericht haben wir uns heute teilweise selbst verteidigt und nicht wie sonst üblich von Anwält:innen vertreten lassen, denn wir weigern uns, ihr Theater einfach mitzuspielen. Ihrer Repression begegnen wir mit Solidarität. Denn sie gibt uns die Kraft weiterzumachen. Sie kann uns zusammenbringen und Mut machen, wo wir gespalten und eingeschüchtert werden sollten. die Solidarität unter uns ist die Voraussetzung dafür, dass wir gemeinsam die verschiedensten Prozesse und sonstigen Repressionsschläge nicht nur aushalten können, sondern, zusätzlich, in diesen Erfahrungen als Bewegung kollektiv wachsen, Hürden meistern und Schritte nach vorne machen. Wir sind uns unseres Kampfes bewusst und können uns vernetzen und voneinander lernen. Deshalb sind wir auch genug stark, um uns selbst zu verteidigen. Wir sind uns unseres Kampfes bewusst und können uns vernetzen und voneinander lernen. Deshalb sind wir auch genug stark, um uns selbst zu verteidigen. Unsere Positionen und unseren Widerstand haben wir auch ins Gericht getragen. Denn wir wissen, dass dies die einzige Antwort sein kann. Der versuchten Vereinzelung stehen wir gestärkt und kollektiv entgegen.

Der Staat wird Widerstand immer mit Repression begegnen: doch sie werden den Widerstand nicht brechen können. Weder die Staatsanwaltschaft noch gerichtliche Urteile werden uns davon abhalten für eine bessere Welt zu kämpfen. Wir sind Teil einer weltweiten Bewegung gegen den Kapitalismus. Heute kämpfen wir gegen die Wohnungsnot und Repression. Gestern heute und morgen kämpfen wir auch gegen rassistische und patriarchale Spaltung und Gewalt, gegen ihre mörderischen Kriege und für einen echten Frieden.
Denn das sind unsere Strassen, unsere Stadt und unsere Welt.

Rede von Revolutinär Kämfen

Original & Downlowoad der Broschüre zum Prozess: https://barrikade.info/article/7145